Digitale Knechtschaft ist gratis, bis das Abo kommt
Früher kämpften wir für unsere Freiheit, heute bezahlen wir für einen bequemen Kontrollverlust. Wir sind süchtig nach Synchronisation und blind für den Preis, den wir wirklich zahlen, unsere Souveränität. Der Weg aus der digitalen Knechtschaft der Tech-Giganten führt über Eigenverantwortung und offene Systeme. Ein Weg zurück zur Datenhoheit und lokaler Infrastruktur.

Was vor Jahren mit kostenlosen Produkten begann, entwickelte sich über die letzten Jahre zu alternativlosen Fesseln und alle fielen darauf rein. Kein Wunder, denn es war doch zu verlockend. Ich brauchte E-Mail und Kalender? Outlook. Kostenlose Office-Programme? Google. Cloud Speicher? Dropbox. Kommunikation? Microsoft Teams. Alles an einem Tag aufgesetzt. Simpel. Kostenlos. Es fühlte sich wie ein Sieg an. Es war die perfekte Falle und nicht nur ich fiel darauf rein. Wir wurden süchtig nach automatisierter Synchronisation und dem berauschenden Gefühl, wenn "IT einfach funktioniert". Man feierte die eingesparten Lizenzgebühren und die zurückgedrängte Infrastruktur-Hardware.
Und dann kam der Zeitpunk für Tech-Monopole, ihren parasitischen Superplan zu entfalten und schleichend ihre Abos einzugliedern: "Dreissig Gigabyte mehr Speicher für nur sieben Franken pro Person im Monat". Schnäppchen. "Arbeiten Sie effizient mit E-Mails, Kalender, Kontakten und Aufgaben – alles in einer App". Verlockend. Doch während die IT-Abteilung zum reinen Abo-Verwalter schrumpfte, wanderten die Geschäftsgeheimnisse, sensible Daten und jegliche Dokumente in eine Cloud, für die wir jetzt auch noch zahlen, aber keine physische Gewalt mehr haben.
Die Falle hat zugeschnappt. Wer versucht, sich aus den Fängen zu lösen, merkt schnell, dass sich diese schon längst tief ins Fleisch verhakt haben. Wir sind nicht mehr Kunden, sondern Geiseln unserer eigenen Bequemlichkeit. Wir besitzen nichts mehr, wir mieten nur noch unser Überleben in einer Infrastruktur, deren Besitzer oder Regierung uns jederzeit den Stecker ziehen könnte.
Offene Infrastruktur für mehr Freiheit
Es gibt einen Ausweg. Mit Open-Source Alternativen ist es möglich, die Datenhoheit unserer Daten zurückzuholen. Die IT-Infrastruktur von Smoca setzt genau das um, weil auch wir nicht in die Abhängigkeit grosser Tech-Giganten schlittert wollen.
«Digitale Souveränität eines Staates oder einer Organisation umfasst zwingend die vollständige Kontrolle über gespeicherte und verarbeitete Daten sowie die unabhängige Entscheidung darüber, wer darauf zugreifen darf. Sie umfasst weiterhin die Fähigkeit, technologische Komponenten und Systeme eigenständig zu entwickeln, zu verändern, zu kontrollieren und durch andere Komponenten zu ergänzen.»
-- netzwerksds
Kommunikation und Zusammenarbeit betreiben wir dort, wo sie passiert: Mail (Postfix), KI (Open WebUI mit lokal laufenden Modellen), Cloud-Speicher, Kalender, Videotelefonie und unser Office-Paket (alles via Nextcloud) laufen entweder auf unseren eigenen Servern direkt im Büro oder in einem Schweizer Rechenzentrum und unter transparentem Source-Code.

Warum tun wir das? Wir wollen digitale Souveränität. Wir wollen auch dann auf unsere Daten zugreifen können, wenn globale Cloud-Anbieter nicht mehr erreichbar sind. Wir wollen wissen, wer wann auf welche Daten Zugriff hat und wofür sie verwendet werden. Wir wollen nicht mit Abo-Modellen und unerwarteten Preiserhöhungen überrascht werden. Wir wollen digitale Unabhängigkeit.
Eignet sich das auch für grosse Unternehmen und Institutionen?
Absolut. Was bei uns im kleinen Rahmen funktioniert, wird bereits in grossen Infrastrukturen umgesetzt. Im letzten Jahr kehrte die dänische Regierung Microsoft den Rücken zu und verabschiedete sich nicht nur von Office 365 und wechselte auf LibreOffice, sondern ersetzte Windows durch Linux (Quelle). Auch das Schweizer Bundesgericht wechselte auf offene Software und betreibt unter anderem eine eigene Instanzen von Jitsi Meet (Quelle). Im Jahr 2019 hob Microsoft den akademischen Status des CERN auf. Dies hatte die Folge von steigenden Lizenzkosten. Darauf reagierte CERN mit dem MALT (Microsoft alternatives) Projekt und der Migration zu Open-Source Technologien (Quelle).
Diese Beispiele zeigen, dass Open-Source-Lösungen nicht nur praxistauglich, sondern auch auf komplexe und sicherheitskritische Infrastrukturen skalierbar sind. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass man bestehende Systeme radikal und über Nacht ersetzen muss. Sinnvoll ist ein schrittweiser Übergang, der bestehende Arbeitsweisen berücksichtigt und Risiken minimiert.
Wo gibt es Hürden
Eine Open-Source-Infrastruktur erfordert Eigenverantwortung. Systeme müssen betrieben, gepflegt und weiterentwickelt werden. Dafür braucht es qualifizierte Fachkräfte sowie Schulungen für Mitarbeitende, um den Umgang mit neuen Werkzeugen zu erlernen. Finanziell gibt es ebenfalls eine Umstellung. Statt regelmässiger Lizenzgebühren müssen gerade zu Beginn Investitionen in Infrastruktur und Personal fliessen. Auch organisatorisch bedeutet dies einen Mehraufwand. Verantwortung die zuvor an Softwareanbieter ausgelagert war, liegt nun stärker bei der eigenen Organisation. Besonders im Bereich Sicherheit und Compliance sind Unternehmen und Behörden selbst dafür verantwortlich, erforderliche Zertifizierungen und Standards einzuhalten.
Warum sich dieser Aufwand lohnt
Nimmt man diese Hürden in Angriff entstehen langfristige Vorteile. Die Investitionen verschieben sich. Statt Lizenzgebühren an internationale Konzerne zu zahlen, fliesst Geld in lokales Wissen und die eigene Infrastruktur, die man unter Kontrolle hat. Auch Sicherheitstechnisch ist der Umstieg relevant. Während man bei Closed-Source-Software den Anbietern und deren Zertifikaten blind vertrauen muss, ist Sicherheit bei Open-Source Alternativen überprüfbar. Schwachstellen werden oft schneller gefunden und behoben, weil man nicht nur selbst, sondern alle hinschauen können. Langfristig gesehen sind wir aber überzeugt, wahre Robustheit entsteht nicht durch Abhängigkeit, sondern durch die Fähigkeit, selbständig zu sein.
Wir sind noch nicht am Ende
Auch wir sind heute noch nicht in jedem Bereich komplett von den Tech-Monopolen befreit. Unsere mobilen Apps finden ihren Weg zu euch nach wie vor primär über den Google Play Store oder den Apple App Store (kennst du die Alternativen für Androidund iOS?). Unser Ziel ist es, nicht nur uns selbst, sondern auch allen Menschen, die sich für digitale Freiheit entscheiden, echte Alternativen zu bieten. Wenn du Fragen zu diesem Thema hast oder Unterstützung bei der Umsetzung brauchst, melde dich gerne bei uns. Wir helfen dir jederzeit weiter.



